Skifahrer fährt eine Skipiste in den Bergen hinunter

Wenn der Berg ruft - Bis zu 100 Pistenkilometer pro Tag zurücklegen, weil die Ski vor der Endbearbeitung auf 0,00005 m genau digitalisiert wurden.

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Ski-Vermessung - Wenn der Berg ruft

Bald ist es wieder so weit - die Schneezeit lässt grüßen! Seit rund 4.500 Jahren begeistern uns bereits die Ski-Bretter. Die Region Telemark in Norwegen gilt als Ursprung des Skifahrens und sie war damit die Grundlage für die massive Expansion des Skisports sowohl in Europa als auch in Nordamerika. Aufgrund der zunehmenden Popularität und des vermehrten Skipisten-Baus mit Skiliften und Seilbahnen sowie der Erweiterung von Skigebieten wurde das Skifahren ab den 1950ern letztlich zum Massensport und ist bis heute noch eine der beliebtesten Wintersportarten. Dabei gibt es zahlreiche Ski-Varianten und Modelle – von Alpin, All Mountain und Allrounder über Carving Ski, Snowblades und Freeride Ski bis hin zu Damen Ski, Slalom Ski oder Langlaufski – sowohl für Einsteiger, geübte Fortgeschrittene und Profis. Die richtige Ski-Auswahl hängt hierbei von mehreren Faktoren ab: Verwendungszweck, Geschwindigkeit, Fahrkönnen, Geometrie, Gewicht, Kondition sowie Einsatzbereich – ob Tiefschnee oder Piste. 

Wie jedoch funktioniert die Herstellung eines Skis und wie ist er aufgebaut?

Skibauweisen - Herstellungsverfahren & Aufbau

Bis in die 1960er Jahre wurden Skier überwiegend aus hochwertigen Harthölzern wie Hickory und Esche hergestellt. Heutzutage überwiegt die Kunstoff- und Compoundtechnik (Verbundstoff  – Kombination aus Hölzern, Kunststoffen und Metallen). Ein Ski besteht aus rund 30 bis 50 Einzelteile, die in zahlreichen Arbeitsschritten verarbeitet und zu einem einzigartigen Sportgerät zusammengefügt werden. Dem Ski werden beim Verleimen der einzelnen Schichten berechenbare Eigenschaften verliehen. Grundsätzlich besteht ein Ski aus den folgenden Hauptelementen: Belag, Stahlkanten, Untergurt, Kern (meist aus Massivholz oder geleimtem Schichtholz und dementsprechend das Herzstück eines Skis), Seitenwangen, Obergurt und Oberfläche. Bei den Skibauweisen lassen sich die folgenden Herstellungsverfahren unterscheiden:

Schalenbauweise - Cap Bauweise

Die Seitenwangen und der Obergurt bestehen aus einem Stück und formen eine Kunststoffschale. Der Kern (meist aus Holz, kann aber auch aus Schaumstoff bestehen oder einer Kombination beidem) wird zusammen mit dem Untergurt, den Kanten und der Lauffläche in die Schale eingelegt und mit Leim verklebt.

Sandwichbauweise mit Seitenwangen

Bei der Sandwichbauweise bestehen die Ski aus verschiedenen Schichten. Es werden mehrere Materialien bzw. Lagen um den Kern herum verwendet. Die einzelnen Lagen werden in einer Form verklebt und unter hohen Temperaturen sowie hohem Druck zu einem Stück zusammengefügt. Diese schichtartige Bauweise erfolgt auch heutzutage noch größtenteils in Handarbeit.

Torsions- bzw. Kastenbauweise

Die Torsions- bzw. Kastenbauweise ist ein sehr aufwendiges Herstellungsverfahren. Hierbei wird der Kern mit einem Laminat umwickelt und unter hohen Temperaturen und hohem Druck mithilfe von Harz verbunden. 

Injektionsverfahren

Das Injektionsverfahren beschreibt die Fixierung aller Bauteile in einer Form. Hierbei wird zwischen Unter- und Obergurt ein Schaum aus Polyurethan unter Druck eingespritzt. Dieser härtet aus und übernimmt die Funktion des Kerns.

Fahreigenschaften - Anforderungen eines Skis

Vorspannung (Camber) beschreibt die natürliche Wölbung eines Skis ohne jeglichen Druck. Je nachdem, ob die Wölbung niedrig oder stark ausgeprägt ist, wird das Drehverhalten des Skis beeinflusst. Sie dient besonders für eine effektive Verteilung des Drucks auf Schaufel und Skiende und sorgt dafür, dass möglichst viel Kante Bodenkontakt hat, um entsprechenden Kantendruck zu erzeugen. Bei der Druckentlastung unterstützt eine hohe Vorspannung ein gutes Drehverhalten. Eine geringe Vorspannung findet vor allem Einsatz neben der Piste im Tiefschnee bei weichen Verhältnissen, damit der Ski nicht ganz nach unten drückt. Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Piste jedoch beginnt ein Ski mit geringer Vorspannung eher zu flattern. Daher ist besonders bei harten und eisigen Verhältnissen eine höhere Vorspannung von Vorteil, da der Ski dann auf einer harten Piste sehr griffig ist. 

Biegelinie (Flex) beschreibt den Widerstand eines Skis gegen die Durchbiegung. Die Biegelinie kann hart oder weich sein und gibt Aufschluss über die Steifigkeitsverteilung sowie die Elastizität. Die Flex nimmt Einfluss auf das Drehverhalten, die Dämpfung und die Eisgriffigkeit sowie die Laufruhe des Skis. Das Biegeverhalten ist entscheidend beispielweise für die Exaktheit des Kantengriffs und die Variabilität des Radius der gefahrenen Kurve.

Taillierung (Side Cut) beschreibt das Verhältnis zwischen Skimitte und Schaufelbreite bzw. Skiende und hat Einfluss auf die Laufruhe bei der Richtungsänderung, um Kurven fahren zu können. Dabei spielen Sidecutttiefe und -verlauf  – ob radial, degressiv oder progressiv  – eine wichtige Rolle. So beispielsweise haben stark taillierte Ski einen kleineren Radius, weshalb sich engere Kurven besser fahren lassen. Der Ski ist dadurch drehfreudiger.  

Torsion (Verdrehung) beschreibt die propellerartige Verwindung des Skis entlang der Längsachse und nimmt Einfluss auf die Eisgriffigkeit. Eine harte Torsion bzw. hohe Torsionssteifigkeit bedeutet hohe/gute Eisgriffigkeit und ermöglicht dadurch eine höhere Kurvengeschwindigkeit sowie -stabilität, jedoch gleichzeitig bedeutet dies auch eine Abnahme der Drehfreudigkeit. Umgekehrt eine geringe Torsionssteifigkeit bzw. weiche Torsion machen die Skier drehfreudiger und dadurch auch fehlerverzeihender. 

Dämpfung (Schwingungsverhalten) beschreibt den Ausgleich von Schwingungen und Vibrationen. Dies kann einerseits durch Dämpfungsplatten oder durch die Konstruktion erzielt werden. Eine gute Dämpfung ist wichtig für die Laufruhe des Skis und unterstützt den Umkantvorgang beim Richtungswechsel (die Hoch- bzw. Tiefbewegungen beim Be- & Entlasten). Dämpfende Materialien im Ski bieten eine gute Richtungsstabilität sowie einen besseren Kantengriff und vermindern ein sogenanntes Nachschwingen des Skis.

Der Winter der Zukunft

Die Gletscher schmelzen, das Klima ändert sich und die kalten Wintertage kommen näher - Klimamodelle zeigen, dass die nächsten Jahre extreme Wetterlagen und spezielle Winter zu erwarten sind. Wirklich exakt vorhersagen, wie unsere zukünftigen Winter aussehen werden, können wir nicht, jedoch können wir eines mit Sicherheit garantieren: Dank der innovativen Messtechnologie bei Q-Tech können wir bis zu 100 Pistenkilometer pro Tag zurücklegen, weil die Ski vor der Endbearbeitung auf 0,00005 m genau digitalisiert wurden. Und denken Sie immer daran: Mit Helm und Protektoren sind Sie auch sicher unterwegs! 

Weil Großes in Kleinem beginnt: Wir messen jeden Tag bis ins kleinste Detail.